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Lexikon A–Z

Begriffe rund um Dämmstoffe, Fassade, Kennwerte, Recht und Förderung, kurz erklärt. Die Einträge fassen zusammen, was in den Artikeln dieser Seite ausführlicher steht; die Quellen nennen die Artikel selbst.

Dämmstoffe

Aerogel-Dämmputz

Dünne Putzschicht mit Aerogel, die der Dämmatlas der Verbraucherzentrale als Außenwand-Verfahren mit WLS 030 führt. Interessant, wenn wenig Platz für den Wandaufbau bleibt; Schichtdicken und Zulassung sind beim Hersteller zu erfragen.

Mehr dazu: Dämmstoffe im Vergleich für die Fassade

Brandverhalten

Je nach Produkt unterschiedlich: Mineralwolle erreicht je nach Datenblatt die Klassen A1 oder A2, bei Kunststoffplatten sind die Brandschutzvorgaben je nach Gebäudehöhe zu prüfen. Das Datenblatt des konkreten Produkts entscheidet.

Mehr dazu: Dämmstoffe im Vergleich für die Fassade

Einblasdämmung

Lose Dämmstoffe (EPS, Glaswolle, Steinwolle, Zellulose), die in einen vorhandenen Hohlraum eingeblasen werden. Laut Dämmatlas WLS 033 bis 039; die Verbraucherzentrale nennt 20 bis 60 Euro je m². Voraussetzung ist ein geeigneter Hohlraum.

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EPS (expandiertes Polystyrol)

Kunststoff auf Erdölbasis und Standarddämmstoff im Wärmedämmverbundsystem. Laut Dämmatlas WLS 032 bis 040, vergleichsweise günstig. Brandschutzvorgaben sind je nach Gebäudehöhe zu prüfen.

Mehr dazu: Dämmstoffe im Vergleich für die Fassade

Holzweichfaserplatten

Dämmplatten aus nachwachsenden Rohstoffen für das WDVS. Laut Dämmatlas WLS 040 bis 046, bei gleichem U-Wert dicker als EPS. Der Feuchteschutz in der Bauphase ist zu beachten.

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PUR (Polyurethan)

Dämmplatten mit guter Dämmwirkung je Zentimeter, laut Dämmatlas WLS 022 bis 030. Sinnvoll, wenn wenig Platz für den Aufbau bleibt. Brandverhalten und Entsorgung hängen vom Produkt ab.

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Steinwolle

Mineralischer Dämmstoff für WDVS und vorgehängte Fassaden, laut Dämmatlas WLS 035 bis 040. Das Brandverhalten liegt je nach Produkt in den Klassen A1 oder A2.

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Fassadensysteme

Dämmbeschichtung

Gerollte oder gespritzte dünnschichtige Beschichtung, die laut Anbieter die Dämmwirkung einer Fassade verbessern soll. Der Begriff „Nano-Dämmung“ ist kein Normbegriff. Ob und wie stark eine Beschichtung wirkt, belegt nur ein unabhängiger Prüfbericht am Bauteil.

Mehr dazu: Nano-Dämmung an der Fassade (erscheint demnächst)

Kerndämmung

Füllt eine vorhandene Luftschicht im zweischaligen Mauerwerk aus. Schnell und vergleichsweise günstig, in der Wirkung aber durch die Dicke der Luftschicht begrenzt. Ob eine Luftschicht existiert, klärt eine Bohrloch-Inspektion.

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Nano-Dämmung

Werbebegriff für meist gerollte oder gespritzte Beschichtungen. Die Anbieter beschreiben unterschiedliche Wirkprinzipien, ein Normbegriff ist es nicht. Ein unabhängiger Labortest an einem einzelnen Produkt zeigte keine messbare Dämmwirkung, über andere Produkte ist damit nichts bewiesen.

Mehr dazu: Nano-Dämmung an der Fassade (erscheint demnächst)

Vorgehängte hinterlüftete Fassade

Eine Bekleidung auf einer Unterkonstruktion, die Dämmung liegt dahinter. Teurer als ein WDVS, aber nach einem Rückbau leichter in ihre Materialien zu trennen.

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WDVS (Wärmedämmverbundsystem)

Dämmplatten werden auf die Wand geklebt oder gedübelt und verputzt. Die verbreitetste Bauweise, laut Verbraucherzentrale typisch 90 bis 140 Euro je m². Nach einem Abriss werden WDVS derzeit überwiegend als Restabfall entsorgt.

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Kennwerte

Bemessungswert

Normierter Rechenwert der Wärmeleitfähigkeit, der den praxisüblichen Feuchtegehalt bereits berücksichtigt. Für U-Wert-Berechnungen zählt er, nicht der Nennwert aus dem Prospekt.

Mehr dazu: Dämmstoffe im Vergleich für die Fassade

Lambda-Wert (λ)

Wärmeleitfähigkeit in W/(m·K): die Wärmemenge, die durch eine ein Meter dicke Schicht fließt, wenn sich die Temperatur um ein Kelvin unterscheidet. Kleiner heißt bessere Dämmwirkung je Zentimeter, entscheidet aber allein noch nicht über die Stoffwahl.

Mehr dazu: Dämmstoffe im Vergleich für die Fassade

U-Wert

Wärmedurchgangskoeffizient eines ganzen Bauteils in W/(m²·K). Er gilt für den Aufbau insgesamt und nicht für ein einzelnes Produkt. Die Berechnung für opake Bauteile regelt § 37 GModG mit DIN 4108-4 und DIN EN ISO 6946.

Mehr dazu: Dämmstoffe im Vergleich für die Fassade

Wärmedurchlasswiderstand (R)

Dicke einer Schicht geteilt durch λ. Beispiel: 0,14 m bei λ = 0,035 ergibt 4,0 m²·K/W. Wer den Dämmstoff wechselt, muss die Dicke anpassen, nicht nur den Lambda-Wert vergleichen.

Mehr dazu: Dämmstoffe im Vergleich für die Fassade

WLS (Wärmeleitfähigkeitsstufe)

Stufenangabe der Wärmeleitfähigkeit: WLS 035 steht für λ = 0,035 W/(m·K). Der Dämmatlas der Verbraucherzentrale-Energieberatung führt die Dämmstoffe mit ihren Stufen auf.

Mehr dazu: Dämmstoffe im Vergleich für die Fassade

Recht und Normen

Anlage 7 (GModG)

Die Anlage nennt Höchstwerte für Bauteile bei Änderungen im Bestand. Für Außenwände, die eine neue Dämmschicht oder einen neuen Außenputz erhalten, gilt bei beheizten Räumen U = 0,24 W/(m²·K). Ein reiner Anstrich steht in der Aufzählung nicht.

Mehr dazu: Fassade dämmen: Kosten pro qm und Förderung 2026 (erscheint demnächst)

Denkmalschutz und Dämmung

Für Baudenkmäler und besonders erhaltenswerte Bausubstanz erlaubt § 105 GModG Abweichungen von den Anforderungen, wenn Substanz oder Erscheinungsbild leiden würden. Zusätzlich können Ortssatzungen und Grenzabstände Auflagen machen.

Mehr dazu: Dämmstoffe im Vergleich für die Fassade

GModG (Gebäudemodernisierungsgesetz)

Kurzbezeichnung des Gesetzes, das früher als Gebäudeenergiegesetz bekannt war. Nach § 36 müssen erneuerte, ersetzte oder erstmalig eingebaute Außenbauteile die U-Werte der Anlage 7 einhalten. Ausgenommen sind Änderungen von höchstens 10 Prozent der Bauteilfläche.

Mehr dazu: Fassade dämmen: Kosten pro qm und Förderung 2026 (erscheint demnächst)

Förderung

BAFA-Förderung

Für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle zuständig ist das BAFA. Laut BAFA-Seite (Stand der Abfrage 04.10.2026) liegt der Grundfördersatz bei 15 Prozent der förderfähigen Ausgaben; ein iSFP-Bonus von 5 Prozent ist an Bedingungen geknüpft. Maßgeblich ist immer die Seite des BAFA zum Zeitpunkt der Antragstellung.

Mehr dazu: Fassade dämmen: Kosten pro qm und Förderung 2026 (erscheint demnächst)

Nachweise

Herstellerangabe

Leistungswert, den ein Anbieter selbst nennt. Er ersetzt keinen unabhängigen Prüfbericht. Für den rechnerischen Nachweis nach dem GModG zählen normierte Bemessungswerte nach DIN 4108-4 und DIN EN ISO 6946.

Mehr dazu: Nano-Dämmung an der Fassade (erscheint demnächst)

Prüfbericht

Aussagekräftig ist er mit Prüfstelle, Norm, Probekörper und Rohdaten der Messung und wenn er nicht vom Anbieter selbst stammt. Ein Auszug mit nur dem Endwert reicht nicht.

Mehr dazu: Nano-Dämmung an der Fassade (erscheint demnächst)